Anästhesie und operative Intensivmedizin

Ihr Kontakt zu uns:
Chefarzt: Dr. Jürgen Welter
Vertreter: OA Dr. Majer
Sekretariat: Frau Kommritz
Frau Hiller
Tel.: 07022 / 78 - 3600
Fax: 07022 / 78 - 3430
Schmerzambulanz: spezielle Schmerztherapie
Anmeldung über Sekretariat
Oberärzte Dr. Reinhart Majer
Dr.Dr. Günther Adler
Dr. Rüdiger Sommer
Ärzte 10 Assistenzärzte,
davon 7 Fachärzte
Anästhesie
Kreiskrankenhaus
Plochingen
Übernahme der ärztlichen Leistungen durch Chefarztvertreter OA Dr. Dr. Adler
Facharzt-
ausbildung
volle Weiterbildungsermächtigung
Ärztliche Leitungs-
bereiche
Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege
(OA Dr. Sommer)

Notarztstandort Nürtingen
Transfusion - Bluttransfusion
(Transfusionsverantwortlicher des Krankenhauses
OA Dr. Majer)

Dr. med. Jürgen Welter
Dr. med. Jürgen Welter


Patienteninformation


Allgemeine Informationen
Sie wollen sich im Kreiskrankenhaus Nürtingen einem operativen Eingriff unterziehen? 

Dann brauchen Sie die Schmerzausschaltung, also eine Anästhesie.

Sie erhalten hier Informationen zu folgenden, die Anästhesie betreffenden Themen:

  • Anästhesie-Methoden
  • Präoperative Vorbereitung (vor dem Eingriff)
  • Allgemein-Anästhesie (Vollnarkose)
  • Regional-Anästhesie
  • Postoperative Betreuung (nach dem Eingriff)


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Anaesthesie
Anästhesie-Methoden


Zur Schmerzausschaltung bei kleineren Eingriffen im Bereich der Körperoberfläche kann der Operateur ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in das zu operierende Gebiet einspritzen: Örtliche Betäubung oder Lokalanästhesie.

Bei Bedarf führt der Anästhesist während des Eingriffs eine Kreislaufüberwachung durch: Standby.

Für ausgedehnte Eingriffe muß eine kleinere oder größere Region des Körpers betäubt werden: Nervenbetäubung oder Regionalanästhesie.

Dies geschieht durch Einspritzen eines örtlichen Betäubungsmittels an einzelne Nerven, Nervengeflechte (Plexus-Anästhesie) oder in die Nähe des Rückenmarks (Spinalanästhesie und Periduralanästhesie).
Schließlich kann der Patient durch eine Narkose oder Allgemeinanästhesie in einen tiefschlafähnlichen Zustand versetzt werden, in dem Bewußtsein und Schmerzempfinden ausgeschaltet sind. Die Reflexe sind dabei gedämpft und die Muskeln mehr oder weniger erschlafft.


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Anästhesie bei operativen Eingriffen


Präoperative Vorbereitung
Sie dient der Befunderhebung mittels eines Fragebogens zur Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung, Bestimmung von Laborwerten, bedarfsweise der Anfertigung beispielsweise einer Herzstromkurve (EKG), einer Herz-Lungen-Röntgenaufnahme (Thorax-Aufnahme) oder einer Lungenfunktions-Untersuchung. Bei der anschließenden Prämedikations-Visite bespricht die Anästhesistin bzw. der Anästhesist mit Ihnen das für Sie beim betreffenden Eingriff geeignete und Ihnen angenehme Anästhesieverfahren.

Abschließend werden vor dem Eingriff zu gebende Medikamente verordnet (Prämedikation), die eine Beruhigung bewirken, bzw. bei Ihnen vorbestehende Krankheiten behandeln sollen. In seltenen Fällen kann eine solche wichtige Vorbehandlung eine Verschiebung der Operation notwendig machen, aber gleichzeitig das Operations- und Narkoserisiko senken.

Vor Operationen mit zu erwartendem höherem Blutverlust kann in den Wochen vor dem Eingriff 2-3 mal jeweils ein halber Liter Eigenblut gespendet werden, das Sie bei Bedarf während oder nach der Operation zurückerhalten. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit einer Fremdblut-Transfusion vermindert, die auch heute noch mit einem (allerdings kleinen) Infektionsrisiko behaftet ist. Ebenso wirkt sich das Auffangen, Aufbereiten und Zurückgeben von Wund- und Drainageblut während bzw. nach der Operation aus.

Am Operationstag muß eine Nüchternheit von 6 Stunden (Kinder unter 6 Monaten 4 Stunden) eingehalten werden. Kurz vor der Operation erhalten Sie ein Beruhigungsmittel (Tablette mit einem Schluck Wasser, selten eine Spritze, Kinder ein angenehm schmeckenden Sirup) und werden danach vom Pflegepersonal Ihrer Station in den OP gebracht, wo Sie vom Bett auf einen OP-Tisch umgelagert werden.

Im Vorbereitungsraum werden Überwachungseinheiten (EKG, Blutdruckmessung, Sauerstoffsättigung usw.) angebracht, die dem Anästhesiepersonal bei der Überwachung lebensnotwendiger Organfunktionen während der Anästhesie und Operation dienen (Monitoring). Anschließend wird eine Venenverweilkanüle und eine Infusion angelegt zur Gabe von Flüssigkeit und Medikamenten. Bei Kindern kann vorher eine betäubende Salbe auf den Handrücken aufgebracht werden, um den Punktionsschmerz zu mildern.


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Vollnarkose
Die Narkose wird begonnen durch die Einspritzung eines Einschlafmittels in die vorher gelegte Kanüle. Dadurch wird das Bewußtsein ausgeschaltet, so dass Sie an alles, was danach geschieht, keinerlei Erinnerung haben. Zusätzlich werden starke Schmerzmittel und muskelerschlaffende Mittel gegeben, die auch im weiteren Verlauf bei Bedarf nachgespritzt werden. Beim Einschlafen halten wir Ihnen eine Maske vor Mund und Nase, aus der reiner Sauerstoff strömt.
Nach dem Einschlafen wird dem Sauerstoff Lachgas und evtl. ein Narkosedampf beigemischt, der mit den eingangs erwähnten Medikamenten zusammen die Narkose auftrechterhält.
Bei sehr kurzen Eingriffen (bis ca. 15 Minuten) kann die Narkose über die oben beschriebene Maske aufrechterhalten werden (Masken-Narkose).
Dauert der Eingriff länger, wird der Patient beatmet, da die Narkose zu einer Beeinträchtigung der Eigenatmung führt. Dies geschieht entweder durch einen Beatmungsschlauch (Tubus), der in die Luftröhre eingeführt wird, wo er durch einen sehr weichen kleinen Ballon abgedichtet wird (Intubationsnarkose) oder durch einen Tubus, der an seiner Spitze eine kleine weiche Maske trägt, die dem Kehlkopf (Larynx) aufsitzt (Larynxmaske ). Diese Maßnahmen erleichtern die Beatmung und garantieren dadurch, dass Sie während der Narkose immer ausreichend mit Narkosegas und Sauerstoff versorgt sind. Außerdem verhindern sie Einatmen von Magensäure und Mageninhalt (Aspiration); sie dienen damit Ihrer Sicherheit und erlauben den Einsatz muskelerschlaffender Medikamente, was wiederum für die Durchführung vieler Operationen unerlässlich ist.
Nach Operations-Ende wird die Narkose durch Reduktion der Medikamente "ausgeleitet". Kurz vor dem Erwachen wird der Beatmungsschlauch wieder entfernt und der Patient wird zur postoperativen Betreuung in den Aufwachraum verlegt, wo das oben erwähnte "Monitoring" fortgesetzt wird.


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Regionalanästhesie

Bei Eingriffen in einem begrenzten Gebiet kann oft auf eine Allgemeinanästhesie verzichtet werden und dadurch - vor allem bei Patienten mit Herz- oder Lungenerkrankungen - das Anästhesie-Risiko vermindert werden.
Es gibt eine Vielzahl von Betäubungsmethoden verschiedener Nerven bzw. Nervengeflechte, entweder als Einzelinjektion oder durch Legen eines dünnen und weichen Kunststoffschlauches (Katheter) an die Nerven, um bei Bedarf eine neue Injektion - evtl. über mehrere Tage - geben zu können. Als Beispiel sei die Betäubung des Arm-Nervengeflechtes für Eingriffe an Hand und Arm erwähnt, die Arm-Plexus-Anästhesie.

Die Nerven des Armes ziehen von der Halswirbelsäule dicht neben den entsprechenden Blutgefäßen unter dem Schlüsselbein und durch die Achselhöhle zum Arm.

Sie können mit einer Injektionsnadel nach Betäubung der Hautoberfläche unter der Achsel (axilläre Plexusanästhesie) oder unter dem Schlüsselbein (v.i. Plexusanästhesie) erreicht und nach Austestung der korrekten Lage der Nadelspritze mittels elektrischer Nervenreizung betäubt werden. Dadurch wird der Arm innerhalb von ca. 15-30 Minuten warm "pelzig" und dann gefühllos, so dass Sie während der Operation keine Schmerzen empfinden.

Falls in seltenen Fällen die Betäubung nicht wie gewünscht anschlägt, kann problemlos auf eine Vollnarkose übergegangen werden.
Bei Bedarf kann wie bei allen Regionalanästhesien zusätzlich zur Prämedikation ein Beruhigungsmittel intravenös gegeben werden, so dass viele Patienten die Operation "verschlafen", ohne eine Narkose zu haben.


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Regionalanästhesie

 

Regionalanästhesie


Spinalanästhesie

Sie eignet sich wie die Periduralanästhesie für Eingriffe am Bein, Becken, Damm und Unterbauch.
Nach örtlicher Betäubung der Einstichstelle wird im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule der Wirbelkanal (Spinalkanal) mit einer sehr dünnen Nadel aufgesucht und in die Hirnrückenmarksflüssigkeit (Liquor) eine kleine Menge Lokalanästhetikum eingespritzt. Dieses betäubt die dort befindlichen Nerven und damit die gesamte untere Körperhälfte für einige Stunden. Da das Rückenmark im Bereich der oberen Lendenwirbelsäule endet, ist es bei der Punktion nach dieser Technik nicht gefährdet.
Die Betäubung setzt innerhalb weniger Minuten ein und führt sowohl zu einer Gefühllosigkeit als auch zu einer Bewegungsunfähigkeit der Beine.

 Letzteres kann bei Bedarf vermieden werden durch bestimmte Techniken der Periduralanästhesie.
Diese Methode wird z.B. häufig in der Geburtshilfe zur Erleichterung der Geburt und beim Kaiserschnitt angewandt.
Sie ähnelt der Spinalanästhesie, allerdings wird hier das Lokalanästhetikum nicht in den Liquor, sondern in das die harte Hirnhaut (Dura) umgebende Gewebe gespritzt.
Die Wirkung entfaltet sich innerhalb von 15-20 Minuten, hält Stunden an und kann mittels eines Katheters beliebig verlängert werden.


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Nach der Operation

Postoperative Betreuung

Bis auf Patienten, die in örtlicher Betäubung operiert und danach sofort auf ihr Zimmer gebracht werden, sowie solche nach großen, langdauernden Operationen oder mit schweren Vorerkrankungen, die auf der Intensivstation behandelt werden, kommen alle Patienten zur postoperativen Überwachung in den Aufwachraum. Dort überwacht Sie Anästhesie-Fachpersonal bis zur völligen Erlangung von Bewußtsein, Eigenatmung, Kreislaufstabilität und Schmerzfreiheit oder mindestens Schmerzarmut. Auch ärztliche Hilfe ist dort bei eventuellen Störungen sofort verfügbar.

Die Therapie postoperativer Schmerzen geschieht durch Injektionen, Infusionen, Zäpfchen und später Tabletten bzw. Tropfen und wird auf Ihrem Zimmer fortgesetzt. In bestimmten Fällen ist es möglich, über eine Schmerzmittelpumpe am Bett sich selbst bei Bedarf durch Knopfdruck Schmerzmittel in die Vene zu verabreichen: Patientenkontrollierte Analgesie (PCA).

Auch eine Katheter-Regionalanästhesie wird bei gewissen Krankheitsbildern evtl. über einen Zeitraum von mehreren Tagen fortgeführt.

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Operative Intensivstation 

Das Kreiskrankenhaus Nürtingen besitzt eine räumlich und personell eigenständige Intensivstation für den operativen Bereich.

Betreute Fachgebiete sind die
Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Plastische- und Handchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Primäraufgabe ist die
Betreuung von Patienten nach planmäßigen größeren Operationen z.B. Magen-Darmoperationen, Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen, große plastische Operationen v.a. auch bei alten Patienten und solchen mit ausgeprägten Begleiterkrankungen.

Daneben versorgen wir alle Notfallpatienten aus den operativen Bereichen.
Allgemeinchirurgie: z.B. Magen- oder Darmdurchbruch mit Bauchfellentzündung, Darmverschluß.
Unfallchirurgie: z.B. ausgedehnte Knochenbrüche mit Blutverlusten, Schädel-Hirnverletzungen.
Gynäkologie: z.B. Bauchfellentzündungen, Blutungen.
Plastische Chirurgie: z.B. Wiederherstellungschirurgie nach Amputationsverletzungen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Schmerztherapie nach Operationen.
Bevorzugt setzen wir verschiedene Blockadetechniken an schmerzleitenden Nerven und/oder Injektion von Schmerzmitteln ein, die der Patient selbst steuern kann. (sog. patientenkontrollierte Analgesie).

Moderne intensivmedizinische Behandlungsmethoden werden angewandt zur Therapie bei Lungen- und Kreislaufversagen und bei künstlicher Ernährung mit Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. Spezielle Therapieverfahren können bei schwerwiegenden Infektionen durchgeführt werden. Ganz wichtig zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Thrombosen, Embolien) und Lungenentzündungen (Pneumonien) sowie für die möglichst schnelle Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit ist die bevorzugte krankengymnastische Betreuung.

Unser Pflegepersonal hat einen hohen Anteil an Pflegekräften mit Fachweiterbildung Anästhesie/Intensivmedizin

Eine großzügige Besuchsregelung ist nach Absprache möglich.

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Operative Intensivstation

Notfallmedizin in der Anästhesie-Abteilung

Was tun, wenn Sie oder ein Angehöriger

  • plötzlich kaum noch Luft bekommen?
  • Schmerzen in der Herzgegend haben?
  • Eine ernsthafte Verletzung erleiden?
  • Oder sonst irgendeine akute lebensbedrohliche Erkrankung haben?

24 Stunden rund um die Uhr halten sich Notärztinnen und Notärzte bereit, um Ihnen auch außerhalb des Krankenhauses mit hoher medizinischer Kompetenz zu helfen.


Notfall! Telefon 19222


Statistisch gesehen werden Sie dabei im Altkreis Nürtingen jedes 2. Mal von einer Ärztin oder einem Arzt aus der Anästhesie-Abt. Ihres Krankenhauses versorgt. Im tagtäglichen Umgang mit Notfallsituationen auf der Intensivstation oder im OP haben sich Anästhesisten neben der Aneignung von verschiedensten Schmerztherapien in hohem Maße für die fachgerechte Versorgung von Notfällen auch außerhalb der Klinik spezialisiert.

Wir Anästhesistinnen und Anästhesisten aus dem KKH Nürtingen sehen uns genauso wie die anderen Fachdisziplinen als verlängerter Arm der Klinik, um Ihnen bei Bedarf und enger kollegialer Kooperation mit Ihrem Hausarzt vor Ort zu Hause oder am Unfallort kompetente und schnelle ärztliche Hilfe zukommen zu lassen. Dabei werden wir von gut geschultem Rettungspersonal tatkräftig unterstützt, deren Aus- und Weiterbildung wir z.T. auch mitgestalten.

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Schmerztherapie
Schmerztherapie


Die Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin betreibt unter der Leitung von Herrn Chefarzt Dr. J. Welter eine Schmerzambulanz.

Anmeldung zur Schmerztherapie über das Chefarzt-Sekretariat
Frau Hiller
Telefon: 07022 / 783600
täglich von 8.30 - 11.00 Uhr

Die Schmerztherapie beschäftigt sich mit der Linderung oder Heilung chronischer Schmerzen, dem Verhindern chronischer Schmerzen und zu einem kleinen Anteil auch der Behandlung akuter Schmerzen.

In unserer Ambulanz widmen wir uns hauptsächlich der Behandlung von:

  • Kopfschmerzen aller Art
  • Neuropathische Schmerzen, hier mit Schwerpunkt Sympathische Reflexdystrophie (z.B. schmerzhafte Heilungsstörungen nach Knochenbrüchen), Phantomschmerzen (Schmerzen nach Amputationen) und Postzosterneuralgien (Schmerzen nach Gürtelrosenerkrankungen)
  • Tumorschmerzen

Bei anderen Schmerzerkrankungen helfen wir bei der Suche nach geeigneten Therapeuten bzw. Therapiezentren.

In der Diagnostik chronischer Schmerzerkrankungen arbeiten wir mit allen Abteilungen unseres Krankenhauses zusammen.

Die Behandlung erfolgt durch Medikamente ebenso wie durch Betäubung einzelner Nerven oder Teile von Nervensystemen.

Auch Akupunktur u. elektrische Nervenstimmulation werden angewandt.

Mit der Physiotherapie unseres Hauses arbeiten wir eng zusammen.
Beratungstermine beim psychologischen Dienst unseres Hauses werden fallweise arrangiert.

Die stationäre Aufnahme ist, falls erforderlich, nach Rücksprache und Fallvorstellung kurzfristig möglich.

Besonderen Wert legen wir darauf, Menschen mit Tumorschmerzen individuell und effektiv zu betreuen.

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